Aktuelles

Emotionale Abschiedsstunde in der Schule Bühler: «Ihr seid Adler; breitet eure Flügel aus und fliegt!»

«Ferien, Ferien, Ferien!», skandierten die Buben und Mädchen lauthals nachdem sie für die Sechstklässler und für die Lehrerinnen und Lehrer gesungen hatten, die die Primarschule Bühler verlassen. Die Schulschlussfeier am Freitag war geprägt vom Abschied von liebgewordenen prägenden Persönlichkeiten.

«Schön und traurig» waren die letzten Schultage für Markus Hutter. Er verlässt die Schule Bühler an der er seit dem Schuljahr 2009/2010 Fünft- und Sechstklässler unterrichtete und die er seit zwei Jahren geleitet hat. In einem Brief hat er schon vor einigen Monaten die Eltern der Bühlerer Primarschulkinder über seinen Weggang aus persönlichen Gründen informiert. Auch im Gespräch betont er nochmals, dass sein Entschluss nichts mit der politischen Entwicklung in Bühler zu tun hat. «Die Schule ist mir über all die Jahre sehr ans Herz gewachsen», sagte er. Er habe die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Behörden wie auch die Kontakte mit den Kindern und ihren Eltern «stets sehr geschätzt und als grosse Bereicherung empfunden».

 

Ein grosses Zusammenrücken

Bis am 31. Juli ist Markus Hutter noch mit der Übergabe an seine Nachfolgerin in der Schulleitung, Andrea Vetsch, beschäftigt. «Es ist mir ein Anliegen, allen Mitarbeitenden und Eltern für ihre Unterstützung zu danken und ihnen von Herzen alles Gute zu wünschen», sagt er im persönlichen Gespräch. Besonders erwähnte er im Rahmen der Schulschlussfeier vom Freitagmittag Schulsekretärin Margrit John, sowie Toni Inauen und Peter Aemisegger, «die im Hintergrund wertvolle Arbeit leisten und unsere Schulanlage in Schuss halten» und das Elternforum, dessen Mitgliedern er für ihre «tolle Energie und Unterstützung» dankte und auch für Kuchen, Apéros und «Znüni». «Hier ist ein grosses Zusammenrücken geschehen», sagte er mit Blick auf die vergangenen Jahre. Er habe das besonders stark in den Sonderwochen und in den Schulhaustreffs der älteren Schülerinnen und Schülern gespürt. Er blickte zurück auf die Einweihung des renovierten Schulhauses, in dessen Musiksaal die Feier stattfand, auf das Singen der Kinder am Adventsmarkt, auf ihr Lachen und Spielen rund um die Schulhäuser, die Finalqualifikation für den CS-Cup, auf «viele wunderschöne Momente» und auch auf ein paar weniger gute. «Die gehören halt auch dazu». Wichtig sei, wie man damit umgehe, und da zeige sich die grosse Stärke der Bühlerer Schule. «Die Lehrpersonen waren stets präsent und banden die Kinder in die Verantwortung ein».

 

Berührende Momente

Seine Worte standen am Schluss einer emotionalen Abschiedsstunde. Nicht nur der von den Kindern frenetisch mit «La Ola»-Welle bejubelte Schulleiter verlässt die Primarschule, auch die langjährige Handarbeitslehrerin Mariann Huber, Kindergärtnerin Yvonne Rohner, die Klassenassistentinnen Mirjam Veser, Ruth Löhrer und Natalie Enzler. Da im kommenden Schuljahr eine Klasse weniger geführt wird, fällt ein Pensum im Lehrkörper weg und so musste auch von Primarlehrerin Rahel Müller Abschied genommen werden. Ebenfalls mit Bedauern verabschiedet wurde der Zivildienstleistende Marc Dusanek. Franziska Onnen, die zehn Jahre lang als Assistentin die Klassenlehrkräfte unterstützte, hat beschlossen, etwas kürzer zu treten. Als Klassenassistentin betreute sie während der Schulstunden zum Beispiel Kleingruppen bei speziellen Arbeiten oder wenn ein einzelnes Kind separaten Unterrichtsbedarf hatte. «Kinder zu begleiten» sei eine wunderschöne Aufgabe, sagte die ehemalige Primarlehrerin nach der Feier. Der Schule Bühler bleibt sie dennoch erhalten: Sie ist weiterhin als Religionslehrerin tätig.

Sie durfte mit einer bunten Schürze einen ganzen Korb voller Glück auffangen, den zwei Kinder –stellvertretend für Alle in den drei Schulhäusern – in Form von papiernen Kleeblättern und Herzen über ihr ausschütteten.

 

Flügge werden

Eine schöne Tradition ist in Bühler das Ritual der Kindergärtler, die nach den Sommerferien Erstklässler sind, für die Sechstklässler, die «flügge werden» und in die Oberstufe wechseln. Sie sangen Indianerlieder und überreichten den Grossen Federn als Symbol für die Flügel, die mit Hilfe von Lehrkräften und Familien weiterwachsen sollen. «Vertraut darauf: Ihr seid Adler», rief ihnen Kindergärtnerin Yvonne Rohner zu, «breitet eure Flügel aus und fliegt». Das wünschte Gemeinderat Carsten Dieckmann auch Markus Hutter, der sich Zeit lassen will um ein neues Tätigkeitsfeld zu finden – und allen andern, die weiterziehen. Zum Schluss sangen Kinder, Lehrpersonen, Mitarbeitende, Gemeinderäte und Gäste inbrünstig das Lieblingslied des gerührten Schulleiters mit dem Motto des letzten Schuljahres: «Alli ghööred mer zäme und bruuched enand... Alli ghööred mer zäme, alli zunenand!»

 

Monica Dörig, AZB

 

Bildergalerie